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Presse | Schwimmen | 01.03.2016

Die Zeichen stehen auf Zukunft

Im Badezentrum Sindelfingen ist viel Bewegung drin. Die Stadt plant Umbau und Sanierungen, der VfL Sindelfingen schickt seine Schwimmer ins Becken. Zum 22ten Mal fanden die Internationale Sindelfinger Swimming Championships (ISSC) statt. Das bedeutet 496 Teilnehmer aus Finnland, Tschechien, Schweiz, Holland, Mazedonien und natürlich Deutschland gingen auf die Jagd nach Bestzeiten und Medaillen.

Für Peter Dlucik war es eine besondere ISSC. Es war das letzte Mal, dass er seine Schützlinge als Cheftrainer am Beckenrand im heimischen Badezentrum beobachten konnte. Nach seiner erfolgreichen, langjährigen Tätigkeit wird er Ende dieser Saison in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Aber jetzt hieß es erst noch einmal Start, Tauchphase, Wende und Schlussspurt in Freistil, Brust, Rücken und Schmetterling. Obwohl Dlucik schon so Einiges erlebt hat, wurde er wieder aufs Neue überrascht. Besonders von seinen jungen Schwimmerinnen war er sehr angetan.

In der Sprint-Trilogie werden die besten 50m Strecken der Schwimmer zusammenaddiert und so der beste Sprinter oder Sprinterin ermittelt. Im den Jugend C war das Annika Huber gelungen. Sie erzielte 1658 Punkte und war damit nicht zu schlagen. Laura Durst erkämpfe sich in der Jugend B mit 1509 Punkten einen hervorragenden 3. Platz. Marc Nüter fischte hier Gold aus dem Becken, der mit 1223 Punkten in der Jugend C die Nase vorne hatte.
In der offenen Klasse wird traditionell die besten Sprinter im ISSC-Cut Off ermittelt. Dabei müssen die Schwimmer bis zu 4-mal hintereinander antreten, wobei von anfänglich 8 Startern nur 2 übrigbleiben. Ajka Ockert schwamm sich souverän ins Finale und musste sich dort nur der Holländerin Rieneke Terink geschlagen geben. Dennoch glücklich und begeistert von dieser Art des Wettbewerbs. „Ich mag die hohe Belastung“, so Ockert. Bei den Herren hieß der Sieger Tony Fitterer von der SC Freiburg. Eine Goldmedaille fügte Ockert später über die 100m Schmetterling in 1:06,09 und zwei Silbermedaille über 100m Freistil in 1:00,13 und 400m Lagen hinzu.
Weiteres Sindelfinger Edelmetall fischte Tatjana Schmid aus dem Becken. 1:08,97 über 100m Rücken bedeuteten für sie Rang 2. Bronze gab es noch über 50m Rücken in 32,81.

Die 50m Brust der Damen gewann Vanessa Grimberg in 32.41. Die mehrfache Deutsche Meisterin von der SV Region Stuttgart setze aber zuvor über ihre Paradedisziplin 200m Brust eines der Highlights des Wochenendes. In 2:28,65 sicherte sie sich unangefochten den Sieg und unterbot um fast 5 Sekunden den bis dato gültigen Veranstaltungsrekord von Birte Steven, ihres Zeichens selbst Deutsche Meisterin.

Ein Sindelfinger Alleinstellungsmerkmal ist das Verfolgungsrennen, in dem 8 Schwimmer und Schwimmerinnen versetzt nach ihren Vorlaufzeiten ins Becken geschickt werden. Somit herrscht unabhängig von Alter und Geschlecht Chancengleichheit. Dies nutzte die Sindelfinger Anja Krastel und bestiegt das oberste Treppchen vor Tomás Ludvík aus Tschechien und Paul Achtelik von der SSG Reutlingen/Tübingen.
Lukas Hüsing zeigte, dass nicht nur die Jungen Edelmetall erschwimmen können. In 56,84 erkämpfte er im starken Starterfeld über die 100m Schmetterling Bronze.

Bedauerlicherweise fanden gleichzeitig die Süddeutschen Langen Strecken und das Züricher Schwimmfest statt. Deshalb blieben dieses Jahr die langjährigen Gäste aus der Schweiz und Österreich fern, sowie einige deutsche Vereine, die sich zwischen den Meisterschaften und den ISSC entscheiden musste. So ging es auch 4 Schwimmern des VfL Sindelfingens, die mit ihrer Trainerin Susanne Huber am selben Tag noch nach Offenbach gefahren sind und dafür sogar auf ihre Finals am Samstag verzichten mussten. Das sollte sich aber gelohnt haben.
Marc Nüter darf sich nun Süddeutscher Meisters im Jahrgang 2003 über 1500m Freistil nennen. In einem packenden Rennen mit dem Konstanzer Konkurrenten hatte er auf den letzten 100m noch mehr Reserven und sicherte sich die Goldmedaille in starker Bestzeit von 17:54,43.
Fast so erfolgreich war Annika Huber im gleichen Jahrgang über die 400m Lagen. Hinter ihrer ewigen Konkurrentin und Freundin Kim Herkle aus Waiblingen erkämpfe sie sich einen hervorragenden 2. Platz. Dabei erzielte sie noch eine persönliche Bestzeit von 5:23,97. Nur denkbar knapp verfehlte Noam Chrobok über die 1500m Freistil einen Medaillenplatz. Kopf an Kopf lag er mit seinem Konkurrenten aus Saar Max Ritter über das komplette Rennen gleich auf. Jedoch im Fotofinish verlor er dann um gerade 8 hundertstel Sekunden und musste sich mit dem 4. Platz zufriedengeben. Ein wenig wird ihn seine neue Bestzeit von 17:21,0 trösten. Carolin Bek konnte ihre Leistungen von den Baden-Württembergischen Meisterschaften von vor 4 Wochen um 16 Sekunden steigern und erreichte mit einer persönlichen Bestzeit von 18:27,22 den 14. Platz in der Offenen Wertung. Trainerin Susanne Huber ist mit diesem Ergebnis voll zufrieden, insbesondere, da durch die späte Anreise am Samstag kaum Regeneration vor den anstrengenden Strecken blieb.

Etwas besser dürfte es am Sonntag den Gästen im Sindelfinger Badezentrum gegangen sein. Durch die etwas geringe Teilnehmerzahl, war der Wettkampf früh beendet und insbesondere die ausländischen Gäste dürften sich über eine frühe Abreise gefreut haben. Peter Dlucik erinnert sich da an seine eigenen langen An- und Abreisen in seiner Trainerkarriere. Er freut sich jetzt schon auf die Zeit ohne lange Wochenenden am Beckenrand. Die Jagd nach immer neunen Höchstleistungen wird ihm aber sicher fehlen. Das wird in Zukunft aber ein anderer tun. Auch hier kommt Bewegung in den Schwimmverein.